Hitzewelle 2026 – Hitzekonzept der Doppelstadt

Die Lokalzeitungen Schwarzwälder Bote und SÜDKURIER haben sich in den letzten Tagen mit dem Themenbereich Hitzewelle in diesem Sommer und Hitzekonzept der Doppelstadt befasst. Zum Artikel „Hitzekonzept für VS braucht noch Zeit“ von Daniela Schneider im Schwarzwälder Bote vom 21.08.2026 und zur Glosse „Wenn der Riettor-Platz zur Herdplatte wird: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt“ von Uwe Spille im SÜDKURIER vom 24.08.2026 hat Max Bammert zwei kritische Leserbriefe geschrieben

1. Inhalt des Artikels „Hitzekonzept für VS braucht noch Zeit“ im Schwarzwälder Bote 

Der Artikel „Hitzekonzept für VS braucht noch Zeit“ im Schwarzwälder Bote hat noch einen vielsagenden Untertitel: „Die Stadt arbeitet an einem Klimaanpassungskonzept. Noch läuft die Bestandsaufnahme – bis es konkret wird, wird es dauern.“ Die Autorin Daniela Schneider informiert die Leser darüber, dass die Kommunen seit letztem Jahr verpflichtet sind, „eigene Klimaanpassungskonzepte“ zu erstellen mit den zentralen Bausteinen „Schutz vor extremer Hitze“ und „Eindämmung u‚rbaner Hitzeinseln“. Die Stadt arbeite an einem Konzept, „arg weit ist man hiermit allerdings offenbar noch nicht gekommen“. Es gebe bei der Stadt noch keinen Zeitplan für ein Hitzekonzept, eine Analyse der Hotspots sei geplant, außerdem würden bei laufenden Projekten die Bereiche Hitze, Frischluftbahnen und Starkregen berücksichtigt. (Quelle, Zitate: https://www.schwarzwaelder-bote.de/lokales/villingen-schwenningen/gesetzliche-vorgabe-hitzekonzept-fuer-villingen-schwenningen-braucht-noch-zeit-79356156.html)


Leserbrief 1: „Höchste Zeit für Umdenken“
Der Titel „Hitzekonzept für VS braucht noch Zeit“ und die Feststellung im Untertitel, dass es noch dauern wird, bis es in VS konkret wird, sind einfach nur erschreckend. Nach einem Sommer mit immer neuen Hitzerekorden und zu vielen Hitzetoten müssten zumindest in den Köpfen von Gemeinderat, Bürgermeisteramt und Verwaltung die Zeichen der Zeit erkannt werden. Das Land BW fordert die Gemeinden ausdrücklich dazu auf, Klimaanpassungskonzepte zu erstellen, damit es künftig in den Städten einen Schutz vor extremer Hitze gibt. Wenn von einer „Eindämmung urbaner Hitzeinseln“ die Rede ist, dann kommt man nicht um die Feststellung herum, dass in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen in den letzten Jahren mit dem Zupflastern jedes Quadratzentimeters genau das Gegenteil gemacht worden ist. Das Wasser fließt genauso schnell aus der Stadt, wie es vom Himmel fällt. Das Umweltbundesamt in Berlin und die großen Naturschutzverbände plädieren dafür, dass Regenwasser gesammelt und gespeichert wird, dass es Raum gibt für Versickerung und verzögertes Ableiten – so wie es das städtische Forstamt in den Wäldern der Stadt vorbildlich umsetzt. In den sogenannten Schwammstädten will man deshalb ausreichend Wasserreserven schaffen, damit Grünflächen und Bäume wie natürliche Klimaanlagen funktionieren. Auch an Zisternen auf öffentlichen (und privaten) Flächen darf gedacht werden.

Es ist keine Überraschung, dass VS im Hitzecheck 2026 der deutschen Umwelthilfe (DHU) nur mittelmäßig abschneidet. Danach hat VS in den letzten sieben Jahren über 2000 Bäume verloren und weist gleichzeitig einen negativen Versiegelungstrend auf. Die Innenstädte von Villingen und Schwenningen beweisen das nachdrücklich.

Eine weitere Versiegelung droht durch den Weiterbau der B523, des sogenannten Lückenschlusses. Nach den Vorplanungen des Regierungspräsidiums Freiburg will man Naturflächen in der Größenordnung von über 26 Fußballfeldern für wenige Minuten Fahrzeitgewinn opfern. Mit der geplanten Versiegelung von 28 ha gehen vor allem im Bereich Guggenbühl bis Mönchsee wertvolle Versickerungs- und Verdunstungsflächen verloren – bei der neuen B523 wird wie bei allen Straßenprojekten das Wasser schnell abgeleitet. Die Folge: Das Kleinklima wird sich ändern, es wird für die Einwohner der Stadtbezirke Haslach und Wöschhalde (noch) wärmer werden. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken!

Max Bammert


2. Inhalt der Glosse „Wenn der Riettor-Platz zur Herdplatte wird: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt“ im SÜDKURIER

In der Glosse „Wenn der Riettor-Platz zur Herdplatte wird: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt“ stellt Uwe Spille die Frage, „was eigentlich die Doppelstadt … gegen kommende Hitzewallungen aufzubieten hat:“ Am Beispiel des 2019 neu gestalteten Schwenninger Marktplatzes kommt er zu dem Resultat: „Das scheint nicht viel zu sein“, der Marktplatz sei „in diesem Jahr zum wortwörtlichen Hotspot Schwenningens“ geworden. Schlimmer sieht es seiner Meinung nach auf dem Volksbankvorplatz beim Riettor in Villingen aus, da der Brunnen in der Mitte dieses Platzes „schon lange keinen Tropfen Wasser mehr gesehen“ habe und als „größte Herdplatte“ der Stadt verspottet werde. (Quelle, Zitate: https://www.suedkurier.de/schwarzwald/hitzesommer-in-villingen-schwenningen-ist-die-stadt-fuer-heisse-tage-geruestet-114922709)

Leserbief 2 zur Glosse „Wenn der Riettor-Platz zur Herdplatte wird“
Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung rechnet laut Interview in der Rheinischen Post vom 24.08.26 damit, dass Europa solche Hitzesommer wie den von 2026 immer häufiger erleben wird. Mit anderen Worten: Für die nächsten Jahre braucht es in allen Städten und Gemeinden ein Hitzekonzept. Uwe Spille spricht mir aus der Seele, wenn er die Frage aufwirft, was die Doppelstadt VS gegen kommende Hitzeperioden aufzubieten hat und gibt gleich die Antwort: Nicht viel! Er illustriert diese ernüchternde Feststellung mit zwei Beispielen aus der Doppelstadt: Der Marktplatz in Schwenningen gilt als Hotspot dieses Stadtteils und der versiegelte Platz vor der Volksbank in Villingen wird wohl als „größte Herdplatte der Stadt“ verspottet.

Nach diesem Sommer mit immer neuen Hitzerekorden und zu vielen Hitzetoten müssten eigentlich in den Köpfen von Gemeinderat, Bürgermeisteramt und Verwaltung ganz schnell Maßnahmen für ein Hitzekonzept auf den Weg gebracht werden. Das Land BW fordert die Gemeinden ausdrücklich dazu auf, Klimaanpassungskonzepte zu erstellen, damit es künftig in den Städten einen Schutz vor extremer Hitze gibt. Wenn von einer „Eindämmung urbaner Hitzeinseln“ die Rede ist, dann kommt man nicht um die Feststellung herum, dass in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen in den letzten Jahren mit dem Zupflastern jedes Quadratzentimeters genau das Gegenteil gemacht worden ist. Das Wasser fließt genauso schnell aus der Stadt, wie es vom Himmel fällt. Das Umweltbundesamt in Berlin und die großen Naturschutzverbände plädieren dafür, dass Regenwasser gesammelt und gespeichert wird, dass es Raum gibt für Versickerung und verzögertes Ableiten – so wie es das städtische Forstamt in den Wäldern der Stadt vorbildlich umsetzt. In den sogenannten Schwammstädten will man deshalb ausreichend Wasserreserven schaffen, damit Grünflächen und Bäume wie natürliche Klimaanlagen funktionieren. Auch an Zisternen auf öffentlichen (und privaten) Flächen darf gedacht werden.

Es ist keine Überraschung, dass VS im Hitzecheck 2026 der deutschen Umwelthilfe (DHU) nur mittelmäßig abschneidet. Danach hat VS in den letzten sieben Jahren über 2000 Bäume verloren und weist gleichzeitig einen negativen Versiegelungstrend auf. Die Innenstädte von Villingen und Schwenningen beweisen das nachdrücklich.

In Baden-Württemberg sind seit 2020 private Schottergärten ausdrücklich verboten. Das müsste auch für Plätze wie den Platz vor der Volksbank beim Riettor gelten. Was hindert die Volksbank, eigentlich daran, den versiegelten toten Platz in einen lebendigen grünen Platz mit Bäumen umzugestalten, vielleicht sogar mit einer Zisterne für eine Bewässerung an heißen Tagen?

Eine weitere Versiegelung droht durch den Weiterbau der B523, des sogenannten Lückenschlusses. Nach den Vorplanungen des Regierungspräsidiums Freiburg will man Naturflächen in der Größenordnung von über 26 Fußballfeldern für wenige Minuten Fahrzeitgewinn opfern. Mit der geplanten Versiegelung von 28 ha gehen vor allem im Bereich Guggenbühl bis Mönchsee wertvolle Versickerungs- und Verdunstungsflächen verloren und wie bei allen Straßenprojekten wird auch bei der neuen B523 das Wasser schnell abgeleitet. Die Folge: Das Kleinklima wird sich ändern, es wird für die Einwohner der Stadtbezirke Haslach und Wöschhalde (noch) wärmer werden. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken!

Max Bammert